Abstract Nickerl

Style it takes

Prof. Dipl.-Ing. Frank Nickerl

Der Vortrag versucht den trendigsten innenarchitektonischen Style des heutigen Heute – das absolute NOW - zu erwischen und zu deuten.
In vielen Magazinen, auf Messen und durch Unternehmen bekommen wir von Jahr zu Jahr ständig neue Ansagen woher gestaltungsstrategisch der Wind weht und in welche Richtung sich gerade Design entwickeln wird. Das ist das Neue, das ist der Trend. Die Form, die Farbe, das Material ist heute hip. Und das ist das alte Spiel, nur so einfach ist es heute nicht mehr um etwas Neues herausdeuten zu können.

Seit der Nachkriegszeit, nach der klassischen Moderne werden über die folgenden Dekaden hinweg Design-Styles an Design-Styles mit ephemerem Zuständen weitergereicht. Die erste Postmoderne betrat zunächst die Bühne um den diktatorischen Formendrang der Moderne durch neue, freie Entwürfe abzulösen. Weitere poststrukturalistische Ansätze folgten und Philosophen waren allzeit die Mithelfer der Entwerfer um die Formenwandlungen mit klarer, konzeptioneller Absicht und dem akademischen Grad zu stützen. Die Projekte wurden expressiver und unter Einfluss des Computer Aided Designs gelang man in neue visionäre, architektonische Welten.
Über die weltweit verwebten Kreativplattformen wirken interdisziplinäre Effekte und Designs aller Milieus und Regionen mit und durch mannigfaltige Aktionen und Reaktionen lassen sich keine eindeutigen innenarchitektonischen Trends und Styles heute noch manifestieren. Auffällig im Heute/Jetzt ist, dass eine ähnlich collagenhafte Ästhetik der frühen Postmoderne der 60ziger und 70ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts
wiederzuerkennen ist. Nur präsentiert sich die Postmoderne 2.0 weniger dadurch, dass einzelne formale Versatzstücke hermetisch abgeschlossen und in einer Form der Verklebung nebeneinander existieren, sondern Heute kommt es zu einem viskosen Verkneten der Formen unter ständiger Beimischung neuer Inkredienzen. Nehmen wir Vintage, Retro und mischen wir Future mit bei: This seems to be Pop!

Diese Art des Vermengens hat einen enthropischen Effekt. Entfernt man etwas aus dem Konglomerat, verliert das vielleicht den trendy Flair. „Aber, warum denn nicht? Feel free!“, denn es gibt genügend anpassungsfähige Surrogate. Die formale Ästhetik des Designs von heute ist sehr strapazierfähig und wie bereits erwähnt, gibt es keinen Style, der sich als Leading Trend beschreiben lässt. Heute geht einfach so ziemlich alles. This seems to be called: The Kneading Design.

 

lehrt Ausstellungsdesign.
Er ist Architekt und lebt in Frankfurt